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Die neun Durga-Manifestationen

Die neun Durga-Manifestationen

Die neun Durga-Manifestationen

Verehrung der Göttlichen Mutter

Durga tötet den Büffeldämon

Durga tötet den Büffeldämon

Die Göttliche Mutter Durga inkarniert immer dann, wenn die Erde von personifizierten Dämonen oder durch das Überwiegen dämonischer Eigenschaften in den Menschen, wie es derzeit der Fall ist, besonders bedroht ist. Sie wird sowohl als mildtätige, liebevolle und barmherzige Mutter verehrt als auch in ihrer schrecklichen, furchterregenden Form als Dämonen- und EGO-Killerin.

Zweimal im Jahr begehen wir an Durga Navaratri (= neun heilige Nächte Durgas) die Dasara-Tage in Freiburg. Diese neun Festtage sind jeweils der Verehrung der Manifestation eines Aspektes (= Aufgabe) der Göttlichen Mutter gewidmet.

Die neun verschiedenen Aspekte Durgas

1. Shailputri

bedeutet “Tochter des Himalayas”. Sie verkörpert die ursprüngliche Energie aller Lebewesen. Als Göttin der Natur ermahnt sie die Menschen dazu, in Harmonie mit der Natur zu leben und deren Gleichgewicht zu bewahren. Alle Energien der Welt laufen in ihr zusammen. Als Parvati war sie die Ehefrau von Shiva und die Mutter von Ganesha und Karttikeya. In einer vorherigen Inkarnation als Sati verbrannte sie sich selbst, als ihr Vater, der Patriarch Daksh, alle Götter außer ihrem Ehemann Shiva zu einem großen Fest einlud.

Ihr Mantra lautet: “Om Shailputri Namah”

2. Brahmcharini

ist eine spätere Inkarnation von Sati und Parvati. Um die Gunst Lord Shivas zu erlangen, lebte sie tausende von Jahren in Askese. “Brahm” kommt von “Tapa” (“Buße”). Brahmcharini verkörpert den Aspekt der Hingabe und Buße. Gleichmütig ertrug sie Hitze und Kälte, Regen und Sturm und viele Leiden (=das Karma für ihre Selbstverbrennung als Sita), bis sich ihr Wunsch erfüllte und Lord Shiva sie zur Frau nahm. Deshalb wird sie auch “Tapasvini-Brahmcharini” oder “Uma” genannt. Sie wird als strahlend und liebevoll oder in Meditation versunken dargestellt mit weißer Kleidung, Japamala und Kamandalu (Wassertopf der Asketen) in den Händen. Zu ihr zu beten ist besonders hilfreich, wenn man spirituelle Übungen macht und Tugendhaftigkeit, Konzentration, Edelmut und Frieden anstrebt.

Ihr Mantra lautet: “Om Brahmcharini Namah”

3. Chandraghanta

ist die Göttin des Klangs, der das Mächtigste ist in der Welt, denn durch Klang werden Schwingungen erzeugt, mit denen alles in der Welt geschieht. Auch wenn man ein Matra rezitiert, entstehen Klänge, die umgewandelt in elektromagnetische Energie direkt zu der Gottheit gehen, zu der man das Mantra rezitiert. Chandraghanta-Ma ist die Verkörperung von Heiterkeit und Frieden. Sobald der Devotee sie anruft, erklingen ihre Schellen (Ghanta) und vertreiben alle Dämonen. Durch ihre Gnade werden alle Sünden, Nöte, physische Leiden und Trübsal ausgerottet. Bei ihren Devotees entwickelt sie Tapferkeit, Furchtlosigkeit, Frieden und Demut.

Ihr Mantra lautet: “Om Chandraghantaya Namah”

(Foto: Kushmanda Sanghasri, by Jonoikobangali, Wikipedia.org)

4. Kushmanda

In dieser Manifestation ist Durga strahlend und glücklich, die Göttin des Lichts. Sie scheint hell wie die Sonne selbst. Ihr Wohnsitz ist Bhimaparvat im Sonnensystem, deshalb ist ihr Glanz so strahlend wie die Sonne selbst. Nur sie hat die Macht und die Kraft, im Innersten der Sonne in riesigen Feuern und in gleißendem Licht zu leben. Man sagt, sie besiegte die ewige Dunkelheit durch ihr Lächeln, was der Beginn der Schöpfung war. Sie bringt Licht ins Dunkel, schenkt wahres Wissen, zerstört das EGO und beseitigt Depressionen, Unwissenheit, Krankheit und Sorgen.

Ihr Mantra lautet: “Om Kushmandaya Namaha”

(Foto: Kushmanda Sanghasri, by Jonoikobangali, Wikipedia.org)

5. Skandamata

ist die Göttin des Feuers. Skandamata war Parvati, die Mutter von Lord Skanda und verkörpert die mildherzige, liebevolle, mütterliche Form von Durga. Als der Dämon Tarkasur wegen seiner intensiven spirituellen Übungen von Brahma eine Gunst gewährt bekam, bat er darum, dass er nur durch einen Sohn von Shiva getötet werden konnte, weil er annahm, das Shiva niemals heiraten würde. Als er Himmel, Erde und die Unterwelt (Patal) erobert hatte und immer grausamer und mächtiger wurde, gingen die Götter, Göttinnen und Waisen zu Shiva und baten ihn, Parvati zu heiraten. Nach einer Weile stimmte Shiva zu und bald darauf wurde Karttikeya (Lord Skanda) geboren. Er war ein sehr schönes Kind und wurde den Nakshatras übergeben, die sich darum zankten, wer ihn stillen durfe. So bekam er sechs Gesichter, um sie alle zufrieden zu stellen. Später führte er das Heer der Ganas (Halbgötter, Diener Shivas) an und vernichtete Tarkasur entsprechend der Gunst, die ihm von Brahma gewährt worden war. Die Verehrung Skandamatas reinigt das Herz und ist zweifach gesegnet: Wenn man sie anbetet, wird auch Lord Skanda angebetet und so erhält der Devotee auch seinen Segen.

Ihr Mantra lautet: “Om Skandamataya Namah”

6. Katyayani

wird als strahlend hell wie tausend Sonnen beschrieben. Sie ist die Göttin der Ehe und Familie. Der große Weise Katyayana hatte durch seine hingebungsvolle Verehrung der Göttlichen Mutter von ihr die Gunst erhalten, dass sie als seine Tochter inkarnieren würde. Als die Gräueltaten des Dämonen Mahisha auf der Erde unerträglich wurden, erschufen Brahma, Vishnu und Maheshwara mit ihrer göttlichen Kraft eine göttliche Form, die Mahisha töten sollte. So inkarnierte Durga als Katyayani (“Tochter Katyayanas”) und besiegte den Dämonen, der berauscht war von ihrer strahlenden Erscheinung und sie heiraten wollte. Sie jedoch sagte ihm, sie würde nur einen Mann heiraten, der sie im Kampf besiegt. Der Dämon trat gegen sie an, weil er ihre göttliche Macht nicht erkannte – und verlor. Durch wahre Hingabe ist ihre Gunst leicht zu erreichen. Ihren wahren Devotees schenkt sie ein reines Herz und fördert Dharma (Rechtschaffenheit), Wohlstand, Freude und Seelenheil und beseitigt Krankheiten und Sorgen. Es ist hilfreich, sich an sie zu wenden bei Eheproblemen und unerfülltem Kinderwunsch.

Ihr Mantra lautet: “Om Katyayani Namah”

7. Kalrathri (Kali)

goddess_kali_dancing_on_shiva-_wellcome_l0043631_wikipedia-orgKalrathri-Ma, auch Kalika-Ma genannt, ist der göttliche Aspekt des Todes und der Zerstörung, aber auch der Erneuerung. In dieser Form ist Durga grausam und reizbar, voller Zorn. Sie schafft Verwüstungen und zeigt auf, dass das Leben auch dunkle Seiten hat. Sie verkörpert die dunkle Seite Parvatis. Ihre Haut ist schwarz wie die Nacht und sie hat einen Esel als Reittier, der ihre göttliche Unwissenheit repräsentiert. Ihre Devotees führt sie zur Erlösung, indem sie ihr EGO so lange verstärkt, bis es “platzt”.

Der Dämon Raktavika galt als unbesiegbar, weil aus jedem seiner Blutstropfen ein neuer Dämon entspringen konnte. Als er drohte, die Welt aus dem Gleichgewicht zu bringen, schlug sie ihm den Kopf ab und trank sein Blut, bevor es auf die Erde fiel. Sie gilt daher als Göttin der vollständigen Vernichtung, aber auch als Mutter Erde, in die alles zurückkehrt und die dafür Sorge trägt, dass nichts verloren geht. Auch wenn ihre äußere Form schrecklich ist, gewährt sie ihren Devotees Gnade, ist Beschützerin der Menschen und Göttliche Mutter, da ihre zerstörerische Wut sich nicht gegen die Menschen, sondern gegen Dämonen und Ungerechtigkeit richtet. Als Mutter des Todes ist sie auch eine Göttin der Transformation. Sie ist die Mutter, die das Leben gibt und wieder zurücknimmt. Sie zerstört die negativen Kräfte und Illusionen, durchschneidet Verwirrung, Unwissenheit und Bindungen und macht dadurch den Weg frei für die Erlösung. Ihr Einfluss ist im gegenwärtigen Kaliyuga (Zeitalter der Unwissenheit) besonders stark spürbar und wird im beginnenden Sathyayuga (Zeitalter der Weisheit) abnehmen.

Ihr Mantra lautet: “Om Kalrathri Namah”

mahagauri_sanghasri_2010_arnab_dutta_wikipedia8. Mahagauri (Chamunda)

Diese Manifestation von Durga ist sehr sanft und schön. In ihrer Parvati-Form hat sie intensive spirituelle Übungen durchgeführt mit dem Ziel, Shiva zu heiraten. Durch das Leben im Wald und die harte Askese wurde ihr Körper schwarz. Schließlich erhörte sie Lord Shiva und heiratete sie. Zuvor badete er sie im heiligen Ganges, der aus seinen Haaren floss und sie wurde ruhig und friedvoll, rein wie eine Seemuschel und ihre Haut weiß wie der Mond. Deshalb wird sie “Maha Gauri” (=extrem schön) genannt. Mahagauri ist eine sehr mächtige Shakti, die alle Dämonen tötet. Wenn man sie verehrt und anbetet, verbrennt sie alle Sünden ihrer Devotees zu Asche. Sie besitzt unvorstellbare Kräfte, beseitigt alles Elend ihrer Devotees, segnet sie mit Verdiensten und Kräften und schenkt ihnen Wohlstand und Freude. In ihrer Form als Durga unterwarf sie den Dämonen Durg, nachdem Vishnu sie um Hilfe gebeten hatte, da Durg nur von einer Frau getötet werden konnte. Nachdem sie ihn besiegt hatte, bat Durg sie um Vergebung und Befreiung, die sie ihm gewährte. Deshalb wird sie auch Durga genannt.

Ihr Mantra lautet: “Om Mahagauri Namah”

Ein anderer Name von Mahagauri ist Chamunda. Sie führt ihre Devotees über den Weg des Vertrauens in die Befreiung, indem sie ihren Devotees zur Erkenntnis (Unterscheidung von Gut und Böse) verhilft. Die Rezitation ihres Mantras schenkt innere Ruhe, beseitigt Depressionen und selbstzerstörerische Gedanken und hilft bei Problemen mit Selbstwertgefühl und Selbst-Bewusstsein. Zudem bietet es Hilfe gegen den Einfluss von negativen, hasserfüllten, übelgesonnenen und manipulativen Menschen und ist dabei so mächtig, dass diese Menschen langfristig ganz aus der persönlichen Umgebung des Devotees verschwinden können. Chamunda und Kali stehen in enger Verbindung. Sie werden auch als “Zwillings-Durga” dargestellt und haben eine besondere Bedeutung speziell für unsere Zeit. mehr…

Ihr Mantra lautet: “Om Ayin Hrim Klim Chamundaya Vichi Namah”

Chamunda-Mantra anhören: Chamunda-Mantra (westlich)
Chamunda-Mantra anhören: Chamundaya-Mantra (indisch)

9. Siddhidatri

Der Legende nach erschuf die Mutter des Universums, als sie sich mit dem Gedanken der Schöpfung beschäftigte, zuerst Lord Shiva. Dieser bat Durga-Ma um Vollkommenheit, worauf sie die Göttin Siddhidatri aus sich selbst heraus schuf. Auf Geheiß von Durga übertrug sie Lord Shiva achtzehn verschiedene Kräfte, mit denen es ihm gelang, göttliche Herrlichkeit zu entwickeln. Siddhihatri wird von allen Göttern, Rishis, Yogis, Sadhakas und Devotees verehrt, um größtmögliche spirituelle Entwickung zu erhalten. Sechsundzwanzig unterschiedliche Wünsche und sämtliche übernatürlichen Fähigkeiten kann sie ihren Devotees gewähren. Jedoch sollte man vorsichtig sein mit dem Wunsch nach speziellen Fähigkeiten, da diese auch eine Verführung darstellen und dazu führen können, dass man sich auf dem Weg der spirituellen Entwicklung in weltlichen Wünschen und der Macht der eigenen Kräfte verirrt.

Ihr Mantra lautet: “Om Siddhidatri Namah”

Lord Rama

Im Anschluss an die neun Dasara-Tage verehren wir am zehnten Tag Lord Rama.

Durga Navara und ihre 9 Aspekte

Die neun Durgas

Mehr zum Thema:

Termine: Dasara-Tage
Hintergrund: Die Göttliche Mutter Durga
Literatur: Die neun Durgas


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