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Die Göttliche Mutter Durga

Die Göttliche Mutter Durga

Die Göttliche Mutter Durga

Durga: Urenergie des Universums und Ego-Killerin

Durga ist die Verkörperung von Maha-Shakti, der göttlichen Schöpfungsenergie. Sie gilt als die Mahadevi (große Göttin) und Allmutter. Sie stellt die höchste Göttin dar, die alle anderen Götter überragt und eins ist mit dem Absoluten. Nur mit ihrer Energie kann die Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung des Universums erfolgen, denn Gott in seinem “männlichen” Aspekt ist bewegungslos, absolut unveränderlich, reines Sein und Bewusstsein.

Durga mit dem Löwen als Reittier

Durga mit dem Löwen als Reittier

Durga ist die Göttin der Vollkommenheit, die als Sarasvati, Lakshmi und Kali sowie in anderen Formen inkarniert ist und unter anderem Kraft, Wissen, Handeln und Weisheit verkörpert. Während sie als Lakshmi zu Vishnu, als Sarasvati zu Brahma und als Kali zu Shiva gehört, ist sie in der Form der Durga keinem “männlichen” Gott zugeordent. In ihren zornvollen Manifestationen tritt sie als Kali oder Chamunda auf.

Wir verehren die Göttliche Mutter sowohl in ihrer barmherzigen, mildtätigten Form als auch auch in ihrer furchterregenden, strafenden Rolle als Töterin des Büffeldämons, der für das EGO in der Welt steht. Als Kali und Chamunda übernimmt sie die Aufgabe des “Ego-Killing” und hilft ihren Devotees dabei, das eigene EGO zu überwinden und “dämonisches Handeln” abzulegen. Erst dann kann der Devotee durch die Gnade des Spirituellen Meisters Befreiung erlangen. In diesem Leben hat der Spirituelle Meister Sri Kanti Parshuram zwei “Assistentinnen” zu sich gerufen, die Kali und Chamunda verkörpern. Damit hat er auch zwei Wege der Befreiung geschaffen: den Weg der Erfahrung mit Kali und den Weg der Hingabe und des Vertrauens mit Chamunda.

Shiva-Shakti: das göttliche Schöpfungsprinip

Shiva-Lingam: Das männliche Schöpfungs-Prinzip durchdringt das weibliche.

Shiva-Lingam: Das männliche Schöpfungs-Prinzip durchdringt das weibliche. | Fotolia.de

Shiva-Lingam: Das männliche Schöpfungs-Prinzip durchdringt das weibliche.

Als Maha-Shakti ist die Göttliche Mutter in allen Lebwesen und in der gesamten Materie gegenwärtig. Sie ist es, die im Kosmos handelt und manifestiert, während Shiva als höchstes Bewusstsein (Gott) der Ewige Zeuge ist. Er handelt nicht, sondern bleibt immer bewegungslos in Meditation versunken, vollkommen unveränderlich und unberührt vom kosmischen Spiel. Shakti ist das weibliche, Shiva das männliche Schöpfungsprinzip im Kosmos, die sich in der Schöpfung durchdringen (dargestellt im Shiva-Lingam). Nur durch Shakti (Energie) kann Shiva (reines Bewusstsein) handeln. Ohne Shivas Bewusstsein wäre Shaktis Handeln “blind”. Shaktis Energie kann sich ohne Plan nicht als Materie manifestieren. Als Schöpfungsprinzip Shiva-Shakti sind sie im Kosmos untrennbar miteinander verbunden. Ohne Shakti gäbe es keine Schöpfung und kein Leben, sondern nur reines, transzendentes Bewusst-Sein.

Das ist auch der tiefere spirituelle Sinn der biblischen Aussage: “Das Weibliche (Prinzip) sei dem Männlichen (Prinzip) untertan.” Das bedeutet: Die Energie folgt dem Bewusstsein. Damit ist spirituell betrachtet keine Unterordnung der Geschlechter gemeint, sondern eine kosmische Wirkungsweise.

Die Shakti in der jüdisch-christlichen Tradition

Durga

Durga mit dem Tiger als Reittier

Auch im Judentum, in den orthodoxen christlichen Kirchen und im frühen Christentum wird/wurde der weibliche Aspekt Gottes verehrt in Form der Hl. Sophia (Göttliche Weisheit), die dem Ursprung nach für die Liebe und Weisheit Gottes steht. Heutzutage wird die Weisheit und Liebe Gottes im Christentum meist als Jesus interpretiert.

In der Ikonenmalerei gibt es etliche Darstellungen der Weisheit Gottes als Frauengestalt Sophia. In Jesus Sirach 24, einem deuterokanonischen Buch des Alten Testaments, spricht die Weisheit Gottes über sich selbst in einer Weise, welche eine große Nähe zur hinduistischen Shakti aufweist. Über ihre Verbundenheit mit dem Schöpfer bei der Schöpfung und Ihre Rolle im Kosmos sagt sie:

„Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor / und wie Nebel umhüllte ich die Erde. Ich wohnte in den Höhen, / auf einer Wolkensäule stand mein Thron. Den Kreis des Himmels umschritt ich allein, / in der Tiefe des Abgrunds ging ich umher. Über die Fluten des Meeres und über alles Land, / über alle Völker und Nationen hatte ich Macht. […] Vor der Zeit, am Anfang, hat er mich erschaffen / und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht. Ich tat vor ihm Dienst im heiligen Zelt / und wurde dann auf dem Zion eingesetzt.“

Die kosmische Weisheit entspringt aus dem “Mund” (=Organ des „Logos“/göttlichen Bewusstseins) des absoluten Bewusstseins und verkörpert die göttliche Energie im Kosmos, die den Göttlichen Plan im Kosmos in die Tat umsetzt. Sie ist es, die die Macht (das Handeln) im Kosmos inne hat.

In Jesus Sirach 24 benennt die Weisheit als Ihre Aufgaben, die Menschen zur Rechtschaffenheit anzuleiten, damit sie sich keine Schuld (Karma) aufladen, ihre Sehnsucht (Hunger und Durst) nach Gott zu stillen und zu stärken und sie in das ewige Leben zu führen. Im Hinduismus verkörpern diese Aufgaben Kali und Chamunda.

Kommt zu mir, die ihr mich begehrt, / sättigt euch an meinen Früchten! An mich zu denken ist süßer als Honig, / mich zu besitzen ist besser als Wabenhonig. / [Mein Andenken reicht bis zu den fernsten Generationen.] Wer mich genießt, den hungert noch [mehr nach Gott. Anm. E.G.S.], / wer mich trinkt, den dürstet noch [mehr nach Gott. Anm. E.G.S.]. Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden, / wer mir dient, fällt nicht in Sünde. / [Wer mich ans Licht hebt, hat ewiges Leben.] (Quelle: Einheitsübersetzung der Bibel)

Noch im frühen Mittelalter erscheint die “grüne Sophia” bei Hildegard von Bingen in ihren Visionen von der “grünen Sophia” als Geliebte Gottes, die allem Lebendigen den Atem einhaucht und die göttliche Liebe und Weisheit im Kosmos repräsentiert. [Quelle: Zu den Visionen der Hildegard von Bingen: Ingrid Riedel, “Prophetin der kosmischen Weisheit”, Kreuz-Verlag 1998. ]

Mehr zum Thema:

Aspekte der Göttlichen Mutter: Die neun Durga-Manifestationen
Termine für Durga-Festtage: Dasara-Tage
Literatur: Die neun Durgas (Broschüre)


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